Diese Grundsätze regen dazu an, die Ansätze im Bildungswesen zu überdenken, um einen kohärenten, gerechten und an den tatsächlichen Bedürfnissen orientierten Wandel zu gewährleisten.

Ein systemischer und kooperativer Wandel

Die digitale Transformation beschränkt sich nicht auf die Einführung von Technologien: Sie definiert die Interaktionen zwischen Akteuren und Technologien grundlegend neu. Relevante Lösungen sind solche, die gemeinsam entwickelt werden, wobei Nutzende und Interessengruppen von Anfang an einbezogen werden. Dieser Ansatz ermöglicht es, besser auf die Bedürfnisse vor Ort einzugehen und die Aneignung der Instrumente zu fördern.

Inklusion und Gerechtigkeit im Zentrum der Digitalisierung

Die Digitalisierung kann Ungleichheiten sowohl verringern als auch verstärken. Die Arbeiten des NFP 77 betonen die Notwendigkeit, Inklusion bereits bei der Konzeption von Lösungen zu berücksichtigen, wobei nicht nur die technische Barrierefreiheit, sondern auch soziale und sprachliche Kontexte sowie digitale Kompetenzen zu beachten sind. Ein solcher Ansatz zielt darauf ab, sicherzustellen, dass die Chancen der digitalen Transformation allen offenstehen.

EdTech-Innovation pädagogisch ausichten und strukturieren

Innovation im Bildungsbereich kann nur dann wirksam sein, wenn sie von klaren pädagogischen Zielen geleitet wird. Das NFP 77 unterstreicht, wie wichtig es ist, digitale Lösungen zu strukturieren und zu bewerten, um eine rein technologische Herangehensweise zu vermeiden und ihren tatsächlichen Nutzen für das Lernen sicherzustellen.

Die Werte des Bildungssystems in die Konzeption einbeziehen

Ethische Fragen, insbesondere in Bezug auf Daten und Transparenz, müssen bereits in den ersten Entwicklungsphasen berücksichtigt werden. Diese frühzeitige Einbeziehung stärkt das Vertrauen in digitale Lösungen und gewährleistet deren Übereinstimmung mit den Werten, die auf dem Bildungsauftrag basieren.

Es ist daher unerlässlich, Transparenz, Verständlichkeit und Kontrollierbarkeit dieser digitalen Systeme zu gewährleisten, um das Vertrauen zu wahren und die menschliche Kontrolle über die Prozesse aufrechtzuerhalten.

Förderung der Verfügbarkeit und Zugänglichkeit von Daten

Das NFP 77 unterstreicht die zentrale Rolle von Daten bei der digitalen Transformation. Ihre Verfügbarkeit und Zugänglichkeit sind unerlässlich, um Innovation, Forschung und die Verbesserung der pädagogischen Praktiken zu unterstützen. In diesem Zusammenhang trägt die Einführung einer Datennutzungsrichtlinie dazu bei, die Bedingungen für den Austausch und die Nutzung unter Wahrung des Personenschutzes sowie der rechtlichen und ethischen Anforderungen zu klären, um das Vertrauen zu stärken und eine für den Bildungsbereich relevante Nutzung zu ermöglichen.

Anpassung an ein sich wandelndes Umfeld

In einem Kontext, der durch eine stetige Beschleunigung des digitalen Wandels geprägt ist – insbesondere vorangetrieben durch den Aufschwung der künstlichen Intelligenz und internationale Entwicklungen –, wird es unerlässlich, die Anpassungs- und Koordinationsfähigkeiten zu stärken. Die Entwicklungen auf europäischer und globaler Ebene unterstreichen die Bedeutung gemeinsamer Rahmenbedingungen, die Interoperabilität, Vergleichbarkeit und den Austausch bewährter Verfahren fördern.

In dieser Hinsicht kann der Kriterienkatalog für die Entwicklung eines Bildungsökosystems einen zentralen strategischen Hebel darstellen. Indem er die Prinzipien der Inklusion, des Vertrauens und der pädagogischen Qualität in konkrete Leitlinien umsetzt, ermöglicht der Katalog die Strukturierung des digitalen Bildungsökosystems.

Über einen einfachen Referenzrahmen hinaus trägt er somit dazu bei, die digitale Transformation des Bildungswesens in eine kohärente, verantwortungsvolle und nachhaltige Dynamik einzubetten, die im Einklang mit den nationalen und internationalen Entwicklungen steht.

Podcast Folge - Dialog Digital:

Was müssen wir heute lernen, wenn die Welt morgen schon eine andere ist, Herr Klausing?
Personalisierte Lern-Apps oder Chatbots als Hausaufgabenhilfe – digitale Werkzeuge und KI-Anwendungen verändern den Bildungsalltags rasant. Was bedeutet das für Schulen, Lehrpersonen, Lernende – und für unser Verständnis von Bildung insgesamt? In dieser Folge von Dialog Digital spricht Host Hannes Hug mit Andreas Klausing von Educa, der Fachagentur für den digitalen Bildungsraum, über lebenslanges Lernen, digitale Kompetenzen, EdTech und die Frage, warum wir Bildung überhaupt digitalisieren. Ein Gespräch zum NFP-77-Schwerpunkt «Bildung, Lernen und digitaler Wandel».

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